KIAMBA in der Provinz SARANGANI

 Titelfoto: mymindanaoandme

 

 

Tausende von in- und ausländischen Gästen werden am Valentinstag in dem schnellwachsenden Küstenort Kiamba in der Provinz Sarangani auf der Insel Mindanao zum jährlichen Timpuyog Festival erwartet.

Viele Jahre bevor die christlichen Siedler kamen, siedelten Moslems hier in Kiamba. Kiamba bestand damals aus zwei verschiedenen besiedelten Territorien. Da gab es Kraan im Westen und Kling im Osten. Datu Budin war der Häuptling von Kran und Datu Dani war der Stammesführer von Kling.

Am 9. März des Jahres 1920 erreichten die erste Ilocono Siedlergruppe an Bord des Dampfschiffes Tablas Kalaong. Mit der nächsten Fahrt der langsamen Tablas kam eine weitere Gruppe. Diese Siedler waren beherzte Pioniere, die ihre Familien mitgebracht hatten um in dieser Malaria verseuchten Wildnis der Küstenebene von Cotabato ein neues Zuhause zu finden.

In 1921 starben Datu Dani und Datu Budin. Datu Obpon, der Bruder von Datu Budin und Datu Mangagkem, Enkel von Datu Budin wurden die neuen Häuptlinge. Später wurden die Häuptlingsrolle der beiden zu einer Führung vereinigt. Jahre später wurde Pandita Modabpil, der religöse Berater der beiden Datus ihr gemeinsamer Nachfolger.

Die Gemeinde Kiamba wurde durch Regierungsbeschluss, Executive Order No. 82, vom 18. August 1947, gegründet.

Der Bürgermeister sagt heute, wir werden an diesem jährlichen Festtag "die Stadt rot anstreichen" und meint damit, die Festlichkeiten. Die Festlichkeiten richten sich hauptsächlich nach dem Heldentum und der Einheit des Ortes durch ihre Einwohner die aus drei verschiedenen Kulturkreisen kommen. Einmal die lumads, die Eingeborenen; dann die Moslems und die christlichen Siedler.

Hunderte von Paaren wandern durch die engen Strassen von Kiamba am Valentinstag. Sie feiern aber nicht nur den Valentinstag sondern auch den Tag der Ortsgründung und das Timpuyog Festival.

Timpuyog ist ein Wort in Ilocano für Gemeinsamkeit. Hier leben die Ilocanos, Cebuanos, Maguindanaos, B'laans und T'bolis friedlich zusammen.

Der Bürgermeiser legt Wert darauf zu bemerken, dass die Unterschiede der Bewohner in ihrer Sprache, ihres Glaubens und Verschiedenheit ihrer Gesellschaftsnormen, sie nicht davon abhalten konnte, eine gemeinsame Vision zu haben und diese Wildnis in ein reiches und versprechendes agrarwirtschaftliches Gebiet zu verwandeln.

Kiamba ist reich an natürlichen Schätzen. Die Gewässer wimmeln von Fischen und werden nach General Santos, Davao, Butuan und Manila für den lokalen Verbrauch und auf die Märkte nach Japan verschifft. In Salz eingelegter und getrockneter Fisch wird in die Umgebung verkauft. Bangus (Milchfisch) Setzlinge werden hier gezüchtet und erwirtschaften ein gutes Einkommen für die Bevölkerung.

An den Bergen wächst das feinste Holz, wie Lauan, Apitong, Sayubong, Manga-chapoy, Ipil, Yakal, Mahagony und Bagras und darunter befinden sich nicht angetastete Lager mit Gold, Silber und Kupfer.

Die Erde hier ist fruchtbar. Mehrere Flüsse und genügend Regenfälle haben die Gegend landwirtschaflich produktiv gemacht. Reis, Mais, Bananen, Kokosnüsse, Abaca und Früchte wie Rambutan, Lanzones, Furian und Gemüse werden erfolgreich angebaut.

Der Ort Kiamba ist berühmt für die seltene, oft gesuchte Orchidee, Waling-Waling. Das Original stammt hier von einem Bach, der ihr auch den Namen gab, am Fusse des Bakud Point, westlich von Kiamba.

Nach der Überlieferung von einigen alten T'bolis, der Stamm der hier heimisch ist, wurde der Kiamba Bach nach dem berühmten T'boli Häuptling Datu Kiamba benannt. Früher hiess der Ort auch Kitagas.

Ein richtig gute, stundenlange und abenteuerliche Wanderung ist, mit mehreren Höhepunkten, von Kiamba nach Falel, zum Green Vallaey,  zum Banati Cable Car (Seilbahn) nach Tulad, bei der mehrmals blutegel verseuchte Flüsse und Schluchten durchquert werden müssen.

Doch lieber nicht? Es geht auch vom Ort Kiamba ein Motorradtaxi (Habal-habal) für die 24 Kilometer bis zum Green Valley zu nehmen und dort die Wanderung nach Banati und nach Tulad zu beginnen.

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Wasserfälle Fotos: pinasbackpackers

Von Tulad aus, an einigen Häusern vorbei, sieht man Original T'boli Häuser. Hier muss man sich links halten und dem Geräusch von fallendem Wasser folgen. Das sollte etwa 15 bis 20 Minuten dauern. Wenn man den Fluss sieht, nimmt man sofort als Erstes das quadratische Becken unterhalb des Miniwasserfalls und zweitens, die enormen Felsblöcke, die über den ganzen Fluss verteilt sind, wahr. Das Wasser ist erfrischend, sauber und klar, und eine Erholung nach der Wanderung.

 

 

 

sarangani-kiamba-004-tulad-2-540.jpgVon hier aus benötigt man weitere 5 bis 10 Minuten für ungefähr 100 Meter. Dazu muss man zwei Bambusbrücken überqueren um zu den versteckten Tulad Falls zu gelangen. Man kann den Wasserfall kaum hören, das Wasser fällt in feinsten Tröpfchen herab und ist eher wie eine Wasserschleier. Das Wasser ist kristallklar und kalt.

Den Namen bekamen die Tulad Falls von einer Felsformation, die wie ein Mensch aussieht. Tulad bedeutet in Tagalog, gleichaussehend.

Für den Komfort wurde eine grosse Hütte erbaut zum Picknick, sich ausruhen und den Ausblick auf die Berge und den Fluss zu geniessen.

Der Tulad Wasserfall war, wenn ich den Aussagen glauben schenken darf, ziemlich einfach zu erreichen. Kiamba hat insgesamt neun Wasserfälle. Die muss man aber erstmal finden und versuchen hin zu kommen, denn sie sind in keinster Weise erschlossen auch wenn einige in der Nähe liegen.

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Spektakuläre Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge, kann man nach einem kurzen Gang durch die engen Strassen mit Häusern im Stil der japanischen Zeit, am Ufer der Celebes See erleben.

Vielleicht trifft man zufällig dabei auf den berühmten und verehrten Boxer Manny Pacquiao, dessen Frau hier aufgewachsen ist. Der Boxer kommt gerne nach Kiamba um Verwandte und Freunde zu besuchen und beim Hahnenkampf zu wetten.

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Ein kurzer Bootstrip bringt einen zum Tuka Marine Park. Der Tuka Marine Park ist ein Meeresschutzgebiet in dem das Fischen verboten ist. Es hat dort vier kleine, schöne Buchten. Davon ist nur die zweite für die Öffentlichkeit geöffnet. Es gibt tolle Korallen und man schwimmt oder schnorchelt inmitten von Fischschwärmen.

Die Wahrscheinlichkeit den ganzen Strand für sich alleine zu haben ist sehr gross. Es gibt keine Strandverkäufer hier.

Für den Eco-Tourismus ist Kiamba wie geschaffen mit seinem unberührten Regenwald, den Wasserfällen und ursprünglichen weissen Stränden.

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Fotos: pinasbackpackers

Kurz erwähnt wurde eine Seilbahn. Eine Seilbahn in der Sarangani Provinz? Eine Seilbahn auf Mindanao? Ja!

Vom Highway in Kiamba sind es 17 Kilometer bergauf über einen schlechten Weg mit einem Motorradtaxi. Dabei hat man eine spektakulären blick auf das unten liegende Flachland von Kiamba und auf die Gipfel Tuka und Katuli. Ganz in der Ferne kann man Maitum erahnen.

Das Banati cable car system im Green Valley wurden für den Transport von landwirtschaftlichen Produkten gebaut. Vorher musste die Ernte an Ackerfrüchte, Gemüse und Obst mit Kiepen zu Fuss oder mit dem Pferd über gefährliche, steile Wege vom Hochland nach Kiamba transportiert werden. Die Seilbahn besteht mehr oder weniger aus einer offenen Kiste, mit der etwa 300 Kilogramm transportiert werden können.

Wer es sich bequem machen möchte, der kann mal im Büro vom Barangay in Nalus, dem kleinen Bergbarangay, nach kuya Gary fragen. Gary ist der Maschinist für die Seilbahn und ob er sie nicht für eine Überfahrt auf dem Weg zu den Tulad Falls anwerfen will. Die Seilbahn wird mit einem Dieselmotor betrieben.

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Foto:  thetravelteller

Kiamba wird nicht umsonst auch "schlafende Schönheit" genannt, eben 'sleeping beauty'.

 



 

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