| Philippinen Reisen - Reisebericht -
Villanueva - Claveria - Gingoog
Wir sind oft über viele Jahre diese Strecke, zumindest
teilweise bis zum Ort Mat-i, der zu Claveria gehört, gefahren.
Beschreiben werde ich hier eine Fahrt im Jahre 2005.
Die Fahrt beginnt an der Abzweigung in Villanueva. Hier geht
die Strasse nach Claveria ab.

Nach einem halben Kilometer, vorbei am Markt von
Villanueva, ist der Ortsrand schnell erreicht, noch auf beiden
Seiten der Strasse einige grüne Reisfelder, dann windet sich die
Strasse in vielen Serpentinen nach oben. Es gibt herrliche
Aussichten auf die Macajalar Bay, die Industrieanlagen der Phividec, Kokospalmenplantagen und Reisfelder. Die Strasse ist
teilweise betoniert und asphaltiert, aber Bergbewegungen haben an
vielen Stellen die Strasse verworfen und man muss höllisch
aufpassen wohin man fährt. Warnzeichen gibt es nicht. Kurz bevor
man auf dem ersten Plateau oben ankommt befindet sich auf der
linken Seite eine Antennenstation. Von hier ist es nur noch einen
Kilometer bis zum kleinen Ort Kalingagan. Aber erstmal oben
angekommen ist ein Kühlungscheck angesagt, der Motor ist heiss
geworden. Ich fülle mitgeführtes Wasser nach. Im Ort Kalingagan
halten wir noch kurz bei einer Verwandten meiner Frau an um Hallo
zu sagen und zu sehen ob alles in Ordnung ist. Hier kann man auch
sein Auto abstellen und zu einem schönen Wasserfall, den man von
hier sehen kann, laufen.
Wir waren früher mal hier und ich habe den
Filipinos die Kilometerangabe von 4 Kilometer nicht geglaubt. Das
hatte mir dann eingebracht, dass ich grosszügigerweise mich
bereit erklärt hatte, die mitgenomme Kiste Bier bis zum
Wasserfall zu schleppen. Die anderen haben damals nur
gegrinst.
Wir fahren weiter. Es geht über eine fruchtbare
Hochebne mit vielen Maisfeldern. Wir kommen zu dem nächsten
kleinen Ort, Patrocino. Hier kommt der Mann der Schwester meiner
Frau her. Auch hier sagen wir noch einen guten Tag bevor es weiter
geht in Richtung Claveria.
Claveria ist eine Kleinstadt von der
Landwirtschaft geprägt. Fast alle sind irgendwie in der
Landwirtschaft beschäftigt. Wir fahren zu der Strasse in der
Stadt wo am Meisten los ist. Einige Händler haben Stände
aufgebaut und verkaufen "okay-okay" (das ist gebrauchte
Spenden-Kleidung aus dem Ausland). Wir parken und gehen in eines
von zwei kleinen einfachen Restaurants zum Mittagessen. Die Leute
schauen wie es üblich auf den Philippinen und gar nicht böse
gemeint ist wenn sie einen Ausländer an Orten sehen wo
normalerweise keine hinkommen.
Wir fahren weiter. Kurz nach Claveria ist die
Strasse nicht mehr asphaltiert oder betoniert aber wesentlich
besser als noch vor ein paar Jahren wo man an einigen Stellen
tatsächlich stecken bleiben konnte. Wir kommen an dem immer noch
hier ansässigen Militär Camp vorbei wo wir in früheren Jahren
immer Würstchen geliefert haben. Der Panzer und einige Haubitzen
stehen immer noch auf einem Hügel mit den Geschützrohren nach
Nord-Ost gerichtet. Aber hier ist mittlerweile Ruhe eingekehrt.
Früher kam man nach diesem Camp in NPA Gebiet (New People's Army,
der bewaffnete Teil der Komunistischen Partei der Philippinen).
Auch die Strasse durch den kleinen Ort Mat-i ist verbessert
worden. Damals floss das Wasser eines kleinen Baches für einige
hundert Meter direkt über die Strasse und hier war immer unsere
Tour zu Ende.
Nach Mat-i hören die Felder auf und die Strasse
führt langsam aber stetig an einem Berghang bergan um an der
höchsten Stelle zwischen zwei Bergen hindurch zu führen. Nach
einiger Zeit kommen Schilder mit einem Hinweis, dass man von hier
aus zu dem "Canopy Walk" laufen kann. Canopy Walk sind
Hängebrücken die in etwa 20 Meter Höhe in Urwaldriesen
aufgehängt und miteinander verbunden sind. In den Baumwimpfeln
gibt es Plattformen um den jungfräulichen Urwald und Wildtiere zu
beobachten Man kann auf zwei Wegen zum Aufstieg auf den
Canopy Walk hinkommen. Einmal über einen Pfad am Fluss entlang
oder über den Berghang mit atemberaubender Aussicht. Man kann auf
den Bäumen auch über Nacht bleiben.
Hier ist auch der Berg Sumagaya
an dem am 2. Februar 1998 Cebu Pacific Flug 387 auf dem
Wege vom Ninoy Aquino International Airport in Manila zum Lumbia
Airport in Cagayan de Oro City zerschellte, alle 104 Passagiere an
Bord wurden getötet. Es war der tödlichste Flugunfall auf den
Philippinen bisher.
Ein Schild deutet auf eine experimentelle
Bio-Farm hin.
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