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Philippinen Reisen - Reisebericht - Villanueva - Claveria - Gingoog

Wir erreichen die Wolkengrenze und die Umgebung wird gespenstisch. Wir fahren wie durch Watte. Ich habe das Fahrlicht und Nebelscheinwerfer an und sehe so gut wie nicht wo ich hinfahre. Etwas später wird die Sicht etwas besser und wir kommen an das Monument das hier an die Toten erinnern soll.

Bald haben uns die Wolken wieder und wir tasten uns weiter über eine Schotterpiste die wir nur erahnen können. Ausser einem haben wir keine anderen Autos zu Gesicht bekommen auch kaum Menschen. Nun sehen wir einige Leute die dick in Parka-Jacken verpackt sind und wir kommen in einen kleinen Ort. Der Ort sieht aus als ob er auf dem Plantisch entworfen wurde und erst kürzlich erbaut wurde. Noch vor einigen Jahren war hier NPA Land. Nun sieht alles friedlich aus und Leute gehen ihren verschiedenen landwirtschaftlichen Tätigkeiten nach. Ich weiss, dass es hier an den Berghängen Schnittblumenanbau betrieben wird. Die Felder habe ich aber nicht gesehen. Diesmal war es schon zu spät um nachzufragen. Vor Dunkelheit wollen wir in Gingoog sein.

Wir sind nun wieder aus den Wolken heraus und die Strasse geht stetig bergab. Wir kommen so langsam wieder in dichter bewohntes Gebiet. Man sieht einzelne Häuser, Leute und Tiere. Nach einer langezogenen Linkskurve muss ich unvorbereitet abbremsen und bleibe erstmal stehen um das Bild in mich aufzunehmen und zu verarbeiten was ich sehe.

Ich sehe nur Schlamm. Die Strasse ist weg. Am linken Berghang fehlt ein riesiges Stück, der bedeckt nun die Strasse. Keine Warnung, kein Schild das auf so etwas hindeutet oder ein Hinweis schon in Claveria, dass es kurz vor Gingoog einen Bergrutsch gegeben hat. Oben im Berghang arbeitet eine Raupe. Dort wo die Strasse sein soll ist eine einspurige Fahrspur im angetrockneten Schlamm zu sehen. Ich steige aus und gehe etwa 100 Meter zu Fuss weiter um mir einen Überblick zu verschaffen ob ich in dieser Spur fahren kann oder ob der Wagen aufsetzen wird. Ich entscheide mich fürs weiterfahren auch mit der Gewissheit wenn ich stecken bleibe, dort oben ist die Raupe die mich herausziehen kann und der Gewissheit, wenn ich die Strecke blockiere kein anderer mehr in die eine oder die andere Richtung weiter kann.

Ich taste mich langsam vorwärts. Abundzu hört man am Boden Schleifgeräusche. Frauchen schaut mich ängstlich an. Ich versuche optimistisch zu schauen und mach dumme Witze, dabei ist mir ganz schön mulmig. Was wenn jetzt der Hang nochmal ins Rutschen kommt, denn der ist immer noch klatschnass. Wenn mir jetzt auch noch einer entgegenkommt. Vielleicht kommt ja auch keiner weil es weiter voraus garnicht mehr weitergeht. Jetzt sind wir aus dem Schlamm heraus und können etwa einen Kilometer auf normaler Piste fahren.

Auf der rechten Seite taucht die Baustelle einer neuen langgeschwungenen Talbrücke auf. Wir kommen an einen kleine Fluss. Eine Brücke ist nicht zu sehen aber Fahrspuren führen hinein. Ich fahre bis ans Wasser heran und steige wiedermal aus um zu schauen. Ich kann nicht absehen wie tief das Wasser ist. Ich steige wieder ein, schaue Frauchen an und fahre langsam ins Wasser. Sofort sackt der Wagen ab. Mir rutscht das Herz in die Hose. So blass habe ich Frauchen noch nie gesehen und das erstemal absolut sprachlos mit offenem Mund. Ich öffne die Tür um zu sehen wie tief ich drin stecke, nur bis an die Felgen. Tiefer wird es nicht und wir sind durch die Furt durch. Jetzt kann mich eigentlich nichts mehr schrecken. 

Nach wenigen Kilometern sind wir am Stadtrand von Gingoog. Wir kommen westlich der Stadt auf den Nationalen Highway und fahren nicht mehr in die Stadt. In kürze wird es dämmern und ich fahre ungerne im Dunkeln. Wir sind wieder auf dem Weg nach Cagayan de Oro City, nach Hause.

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