Die Menschen am Apayao Fluss, die ISNEG

 

Die Menschen von Apayao, die Isnegs

Die Isnegs sind die orignal Einwohner von Apoyao. Zu Beginn des amerikanischen Regimes waren die Isnges dünn verstreut über die heutigen Gemeinden von Calanasan, Kabugao, Conner und Pudtol. Auch heute noch sind sie die dominante ethnische Gruppe in diesen Orten.

Die Isnegs von Apayao hatten auch ihren Anteil der kulturellen Anpassung, die sich schleichend langsam in Leben und Kultur im gesamten Land bemerkbar machte. Die Zuwanderung von Menschen aus den Tiefebenen führte zu einem veränderten Benehmen, Essgewohnheiten und landwirtschaftlichen Anbautechniken. Die Ilocanos haben die Isneg in Handel und Geschäft beeinflusst. Weitere starke Einflüsse kamen durch Kirche, Schule und Regierung.

apayao-isneg-01.jpgDie Bräuche und Traditionen der Isnegs sind nicht total ausgelöscht durch die modernen Einflüsse. Ihr Aberglaube, iihre Lieder und Tänze und ihre Brandbewirtschaftung geben noch heute Farbe im Leben der Isneg.

Der populärste Tanz der Isnegs, der "Taddok", sticht immer noch von allen anderen hervor. Die bunte Kleidung der Isneg Frauen wird immer noch der modernen täglichen Kleidung bei den Älteren bevorzugt. Die Jungen ziehen die traditionelle Kleidung meist nur an Festen an wenn sie ihre Lieder singen und Rituale vollziehen.

Die Kopfjagd war einst Teil des Lebens der Isneg in der vorspanischen Zeit und wird heute nicht mehr praktiziert auch wenn der Friedensvertrag zwischen den verschiedenen Stammensgruppen nicht strikt eingehalten werden. Die Stammesgesetze für Vergeltung und die gütliche Einigung bei Streitigkeiten stehen höher als die Regierungsgesetze bei Geringfügigkeiten.

Traditionell sind die Isnegs bekannt für ihre grosszügige Bewirtung von Gästen, besonders bei bekannten Besuchern und Verwandten. Vor Allem sind die Isneg friedliebende Menschen, die stolz auf ihre Sprache, ihre Kultur und ihre Geschichte sind.

Die Isneg sind die Menschen vom Fluss, die ihren Namen von den warmen Wassern des Flusses Apayao haben. Die lebensstrotzenden Menschen kamen in zwei Wellen in diese Gegend vor einigen tausend Jahren. Die Indonesier kamen aus dem Südwesten Asiens und die Mongolen aus Zentralasien. Diese zwei Ströme fanden ein neues Zuhause am nördlichen Ende der Kordilleren. Ihre Kulturen schmolzen zusammen wobei die indonesische dominierte obwohl immer noch mongolische Einflüsse erkennbar sind.

Die Isnegs sind hoch ästhetisch in ihrem Temperament, selbständig und ehrlich. Sollte jemand auf dem Weg etwas verlieren, selbst Geld, der Finder wird es zurückgeben. Sie glauben, wenn jemand stiehlt, wird ihn seine Frau verlassen oder wenn jemand zu Geld durch Betrug kommt und kauft damit Reis, wird der Reis ihm keine Kraft geben. Sie lieben es Witze selbst auch über sich selber zu machen. Sollten sie von einem Unglück heimgesucht werden, sind es die Betroffenen, die am lautesten lachen.

Die Isnegs sind tapfer und freiheitsliebend. Die Spanier konnten sie niemals erobern und selbst noch die Amerikaner hatten ihre Schwierigkeiten. Auch konnten die Japaner während des 2. Weltkrieges bis zum März 1943 sich nicht in den Bergen festsetzen. Sie fanden die Isnegs nicht bereit mit ihnen zu kooperieren. Die Japaner verliessen im August 1944 die Gegend wieder.

apayao-isneg-04.jpg

Ihr Leben, ist das Leben am Fluss und an den Bächen. Sie leben nicht an den flachen Stellen der Flüsse sondern aus Sicherheitsgründen an den Berghängen. Die Isnegs leben am Fluss, sie leben vom Fluss, der ihnen Essen und Trinkwasser gibt. Sie benutzen den Fluss für den Transport und die Männer sind erfahrene Bootsmänner und Flösser. Während der Regenzeit sind die angeschwollenen Flüsse voller Gefahren. Dabei ist schon so manche banca umgeschlagen in den tobenden Stromschnellen und so manche wertvolle Ladung liegt am Fusse der Stromschnellen und so manche Familie trauert um den Verlust eines lieben Menschen. So sind dann auch ihre Geschichten voll von Legenden solcher Menschen.

Die Menschen an diesen Gewässern waren für Jahrhunderte von einander isoliert und es haben sich Differenzen in Dialekten und Bräuchen herausgebildet. Auf der Länge des Apayao Flusses gibt es drei verschiedene Gruppen. Irgendwie können sie sich untereinander verständlich machen.

Die Isnegs sind Menschen der Gemeinschaft. Sie haben ein einfaches Regierungssystem. In jeder Familie ist der Mann das Oberhaupt und er befiehlt der Frau was sie zu tun hat. Eine Gruppe von 15 bis 30 Familien bauen ihre Häuser dicht beieinander, genannt "babalay", für gegenseitige Hilfe und Sicherheit unter einem Führer. Der Führer, "maingel", erhält die Führung wegen seiner Stärke, seines Reichtums und weil er der gefürchteste Krieger ist.Er hat die absolute Alleinherrschaft wird aber von Beratern umgeben, den "pangmarwan". Auch diese haben ihre Position durch Fähigkeit erworben. Die Berater können wiederum Ratschläge durch die normalen Stammesmitglieder annehmen. Der Führer hat einen besten Mann als seinen Assistenten und so weiter. Wenn nun der Führer stirbt, wird sein bester Mann der neue maingel. Der maingel und die pangmarwan sitzen zusammen und richten über jeden der das allgemeine Recht gebrochen hat. Streitigkeiten werden durch vermittelnde Friedensstifter geklärt. Strafen werden nicht an das Stammesoberhaupt geleistet sondern an die Gegenseite. Das kann in Form von Krügen, Perlen, Tieren oder anderen Wertsachen sein.


 

Das allgemeine Stammesrecht schreibt vor nicht zu stehlen, falsche Geschichten über andere zu verbreiten, andere Ehefrauen zu umwerben und keinen Ärger beim Festschmaus zu machen. Weiterhin schreibt es vor, die Rechte von Einzelnen zu respektieren, Besuchern zu Essen und Trinken zu geben und Eltern sollen ihren Kindern die alten Legenden und Bräuche lehren und sie zu korregieren damit sie ordentlich aufwachsen. 

apayao-isneg-03.JPGDie Isnegs haben ein sehr komplizierte soziale Umgangsformen, die vom Charakter einer hohen Kultur sind. Diese zeugen von einer netten Einstellung und einer angeboren, natürlichen Liebenswürdigkeit. Gastfreundliche Bräuche machen den Besucher zu einem glücklichen Menschen. Da gibt es keine peinlichen Empfindungen für eine Verpflichtung von Geschenken, Leistung oder Dinge auszudrücken. Die Isnegs haben kein Wort für "Danke" in ihrem Dialekt. Wenn jemand auf eine Reise geht, es gibt kein Wort für "Auf Wiedersehen". Man geht einfach weg. Wenn man wiederkommt nach langer Zeit, da ist kein Wort für eine Begrüssung wie "Willkommen". Man ist einfach wieder da.

Die Isngegs sind sehr anständig in ihrerPerson. Eine Frau soll nicht ihre Beine spreizen wenn sie auf dem Boden sitzt noch sollte ihr "tapis" über ihre Knie rutschen. Selbst wenn keine Frauen in der Nähe sind und die Männer baden oder zusammen schwimmen, halten sie ihre Genitaline mit einer Hand bedeckt wenn sie aus dem Wasser kommen.

Der Gemeinschaftsgeist ist stark. Sie haben gemeinsame Interessen und oftarbeiten sie zusammen um sich gegenseitig zu helfen. Wenn einer ein Haus baut, dann helfen alle Nachbarn mit und machen ein Fest daraus.

Die Zeit der Kriege wo die Dörfer gegeneinander kämpften sind vorbei. So auch die Kopfjagd, dabei musste jedes männliche Dorfmitglied mindestens einen Kopf erbeuten um in der Gemeinschaft und bei der Liebsten seines Herzens Anerkennung zu finden.

Der Isneg Name für Gott ist "anito". Es ist nicht einfach all die Gottestaten zu erklären, einige sind wohlwollend und andere sind übelwollend. Sie glauben, diese Handlungen sind die Taten von verschiedenen Göttern. Naturerscheinungen werden als Taten von anito erklärt. Jedes Ereignis wird einem Gott zugesprochen. Dadurch gibt es tausende von Göttern. Die Isnegs sind immer darauf bedacht ein gutes Verhältnis zu den anitos zu haben und damit sind sie sehr religiös.

apayao-isneg-02.jpg

 

Die Folklore der Isnegs wird aus ihrem religiösen Glauben, Bräuchen, Gewohnheiten und dem täglichen Leben gesponnen. Es ist während vieler Jahrhunderte immer gleich geblieben.

Es gibt zwei Möglichkeiten wie die Isnegs ihre Geschichten erzählen. Die kurze Art wird benutzt wenn man sich gerade trifft oder sich für ein Weilchen ausruht. Die lange Art, des Geschichten erzählens wird genutzt  wenn man in der Regenzeit oder an langen Abenden in der Beschränkung der Häuser eingesperrt ist. Die Geschichtsstunden werden sehr genossen und gehören zur Unterhaltung der Leute. Eine alte Frau oder ein alter Mann, die schon etwas erlebt haben in der Vergangenheit, sind die besten Geschichtenerzähler.
 Sie oder er spinnt eine Geschichte aus einer angenehmen Zeit, "sanimela", die in Teilen manchmal monton vorgetragen wird, in Teilen dann spannend oder sogar erregbar spanned vorgetragen wird, so wie es der Ablauf der Geschichte verlangt. Die meisten der Geschichten haben mit Religion zu tun.